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Buchtipp, Teil 2 (April 2009) |
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Gerbrand BakkerOben ist es still Originaltitel: Boven is het stil316 Seiten, Hardcover, Deutsch Verlag: Suhrkamp (ISBN 978-3-518-42013-3) von Urs Aeschbacher Helmer, ein holländischer Bauer, räumt auf: Er steicht die Wände, Decken und Dielen im Wohn- und Elternschlafzimmer; wirft alte Möbel fort oder verstaut sie im ehemaligen Zimmer seines Zwillingsbruder Henk; sein bettlägeriger Vater bringt er in den ersten Stock des Bauernhauses und quartiert sich selbst im eigenhändig renovierten Elternschlafzimmer ein. Als sein Zwillingsbruder vor über dreissig Jahren bei einem Autounfall ums Leben kam, musste er sein Studium in Amsterdam aufgeben und seither dem Vater als Knecht dienen. Als er Post von Riet, der ehemaligen Verlobten von Henk, erhält, kommt Unruhe in sein Leben. Riet hat einen Sohn, der ihr Sorgen bereitet und den sie gerne bei Helmer als Knecht unterbringen will. Eine seltsame Zeit des Zusammenlebens beginnt: der sterbende Alte, der junge Henk und Helmer leben unter einem Dach.
Mit einer knappen aber genauen Sprache versetzt Bakker den Leser in das Leben der wortkargen Bauernschaft. Unvermittelt wird man in die Landschaft Hollands mit ihren Deichen, Tierwelt und in das Leben eines Mannes voller unerreichter Träume gezogen. Aber nicht Frustration, sondern skuriller Witz und ein liebevoller Umgang mit der Vergangenheit bilden den Grundton, den Bakker seinem Roman unterlegt. |