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RUPAUL, Champion (RuCo Inc.) Wie echte Gentlemen sind auch Drag Queens eine vom Aussterben bedrohte Art. Die berühmteste Drag Queen der Welt, RuPaul, engagiert sich mit allen Kräften für die Erhaltung dieser schrillen und raren Vögel. Mit einer eigenen Reality-Show, RuPaul’s Drag Race, die soeben im US-Fernsehen gestartet wurde, möchte RuPaul Amerikas nächsten Drag Queen Superstar aufspüren. Wer gerne heisse Unterwäsche trägt und am liebsten in halsbrecherischen Pumps rumstöckelt, bereitet seinen Auftritt ganz genau vor dem Spiegel vor. Zum Üben liefert RuPaul die Musikbegleitung gleich mit. Champion setzt wie üblich auf herrlichsten Trash und Vergnügen.

PET SHOP BOYS, Yes (Parlophone/EMI) Die Gilbert & George des Pop haben sich für ihr zehntes Album mit dem Produzententeam Xenomania zusammengetan, welcher u. a. für Cher, Kylie Minogue, Sugababes und Girls Aloud Hits am Laufmeter schrieb. Ein cleverer Schachzug. Denn unter dem Einfluss dieser grossen Hitfabrik ist den Pet Shop Boys ein ganz grosser Wurf gelungen, der es mit ihren Meisterwerken Very und Behaviour locker aufnehmen kann. Yes vereint die Frechheit einer Girlband mit der Nachdenklichkeit von ABBA in ihrer schwierigen Scheidungsphase. Grossartiger Pop in typisch britischer Manier. VICKY LEANDROS, Möge der Himmel (Universal) Die (Ex-)Schlagersängerin von internationalem Format veröffentlicht nach zehn Jahren wieder ein Album mit deutschen Songs. Die Pop-Propheten Xavier Naidoo und Michael Herberger haben den griechischen Star in die heile musikalische Welt der Söhne Mannheims eingeweiht. Das Duo hat sämtliche Stücke auf Möge der Himmel exklusiv für die alternde Diva komponiert und produziert. Vicky Leandros passt sich demütig den dezenten modernen Beats an. Dabei lässt sie sich auf Naidoos typische Phrasierung vollkommen ein. Aus einem Schlagermythos hat Moralapostel Xavier Naidoo eine Wanderpredigerin der Liebe nach seinem (Vor-)Bild modelliert. Genau wie ihr jüngerer Mentor wird die neue Vicky die Öffentlichkeit ganz sicher spalten. MADELEINE PEYROUX, Bare Bones (Decca) Dank ihrer äusserst sinnlichen Stimme wird die amerikanische Sängerin Madeleine Peyroux als Reinkarnation von Billie Holiday angesehen. Für ihre neue Scheibe Bare Bones verzichtete die ehemalige Strassenmusikerin auf die Interpretation von Jazzstandards und schrieb erstmals eigene Songs, sei es im Alleingang oder mit Hilfe prominenter Weggefährten (Joe Henry, Walter Becker von Steely Dan und Produzent Larry Klein). Das neue Repertoire umfasst Chansons, Folk und Jazz und ist stilistisch zwischen Patsy Cline, Joni Mitchell und eben Billie Holiday anzusiedeln. Eine Musik von betörender Anmut. RÖYKSOPP, Junior (EMI / Wall Of Sound) Röyksopps Debüt Melodie A.M. (2001) war eine wahre Perle von einem Downbeat-Album, das den Vergleich mit Airs Moon Safari und Goldfrapps Felt Mountain nicht zu scheuen brauchte. Nach dem allzu ambitionierten und zwiespältig aufgenommenen The Understandig legt das Electro Pop-Duo aus Norwegen sein bis dato kommerziellstes Album vor. Auf Junior wird das Tempo deutlich angehoben und richtig Partylaune verbreitet. Mit Robyn, Lykke Li und Karin Dreijer von The Knife sind die Gastsängerinnen grossartig besetzt. Junior ist definitiv das skandinavischste Pop-Album dieses noch jungen Frühlings. |