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Kolumne (März 2009) Drucken E-Mail

Die wahren Tunten

Sean Penn hat es gezeigt: Es sind alles nur Rollen. Wie wir uns bewegen, wie wir sprechen und wie wir uns in der Öffentlichkeit zeigen sind antrainierte Attribute. Sie sind wandelbar und auswechselbar.

Sean Penn hat den Oscar für seine Glanzrolle in Gus Van Sants Milk bekommen. Der Hollywoodstar mimt den 1978 erschossenen schwulen Politiker aus San Francisco. Und er macht das so gut, dass er eins wird mit Harvey Milk. Dazu gehört auch, dass Sean Penn zu einer regelrechten Tunte wird. Die nasale Stimme, die feinen Bewegungen und der Blick sind genial. Und schwul. Penn hat sich seine Schwulheit antrainiert. Er spielt eine Rolle, das wissen wir alle. Er hat wohl vor dem Spiegel geübt.

So machen wir's doch alle. Nur unreflektiert. Wir schauen, imitieren und probieren aus. Und je mehr Zeit man mit Tunten verbringt, desto tuntiger wird man selbst, oder?

Und weil das bei Penn so sexy rüberkommt, sei das ein Manifest für Tuntigkeit: Männer, Frauen, homo, heti: Kleiner Finger in die Höh'!

Herzlich,
Corinne