Anita Wymann interviewt von Simone BranderAnita Wymann ist als Juristin und Verwaltungsrats-Vizepräsidentin der alternativen Bank tätig (eine Bank, die Vorreiterin in der Umsetzung sozialer und ökologischer Grundsätze ist und ein ethisch ausgerichtetes Banking in der Schweiz betreibt). Sie lebt mit ihrer langjährigen Partnerin in Neu-Oerlikon und ist begeistert von der kulturellen Vielfalt in Zürich. Sie geniesst nicht nur selbst kulturelle Anlässe aller Art, sondern amtet auch im Vorstand des Kulturmonats warmer mai. Als Co-Präsidentin der Lesbenorganisation Schweiz LOS setzt sie sich für die politischen Belange der Lesben in der Schweiz ein.
Das Spezielle an Zürich: Mir gefallen an Zürich einerseits die spannende Mischung von Grossstadt mit einem breiten und vielfältigen Kulturengagement, Begegnungen mit Leuten aus der ganzen Welt sowie die internationale Küche, die in einem der vielfältigen Restaurants genossen werden kann. Andererseits ist die Lage am See und eingebettet zwischen Hügelzügen mit sehr viel Grünfläche einfach wunderschön.
Lieblingsrestaurant: Die Giesserei in Oerlikon verbindet eine sehr gute Küche mit einem alten Industriebau, wie sie im Quartier früher dominant vorhanden waren.
Lieblingsbar/-disco: Mich begeistern jeden Sommer die spontan entstehenden Bars, die mit dem Wechseln der Jahreszeit jeweils leider wieder verschwinden.
Shopping-Tipp: Ich liebe den Markt in Oerlikon sehr. Am Samstag zu Fuss oder mit dem Fahrrad von Zuhause hin, offerieren einem die Marktleute ein buntes Angebot an wunderbarem Bio-Gemüse, Fisch, Käse etc. Die entscheidenden Farbtupfer steuern die verschiedenen Blumenstände bei. Einfach traumhaft, sich in einer globalisierten Welt mit dem Angebot aus der Nachbarschaft ernähren zu können.
Spezialtipp für Zürich-BesucherInnen: Wer am Bahnhof ankommt, soll beim Landesmuseum ins Limmatschiff steigen und bis Zürichhorn fahren. Die ersten Eindrücke vom Wasser her zeigen eine sehr charmante Seite der Stadt.
Lieblingsquartier: Seit dreieinhalb Jahren wohnen wir nun in Neu-Oerlikon und engagierten uns auch im Bereich der Quartierentwicklung. Mir gefällt die Mischung von neu und alt, die Pärke und der jetzt belebte Max-Bill-Platz. Auch kulturell ist einiges los.
Lieblingstram-/buslinie: Früher war es die Linie 9, mit der man direkt vom Fusse des Uetlibergs zum Zoo fahren konnte. Heute muss man dafür leider umsteigen. Aktuell begeistert mich die Linie 10, mit der vom Hauptbahnhof über Oerlikon direkt und ohne Umsteigen zum Flughafen gefahren werden kann.
Wenn ich eine Zürcher Sehenswürdigkeit wäre, dann wäre ich... Eine Taube, die Alfred Escher, einem Wirtschaftsführer und Politiker aus dem 19. Jh. auf dem Kopf sitzt und damit zeigt, dass sich „Führungspersonen“ nicht allzu wichtig nehmen sollten...
Wunsch: Ich wünsche mir, dass Zürich offen bleibt, allen Platz und Entfaltungsmöglichkeiten bietet und weiterhin die „kleine“ Grossstadt mit viel Lebensqualität ist. |