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Umbau der Arbeitsruppe Bisexuelle der HAZ

Liebe Bi-Leute

Ihr habt es sicher auch bemerkt: Die AG Bi ist in die Jahre gekommen, die Dynamik der Pionierzeit hat nachgelassen, es stockt… So konnten die beiden letzten Gesprächsgruppen und das Wochenende im Juli mangels Anmeldungen nicht stattfinden. Höchste Zeit für Blutauffrischung, eben für einen Umbau!

Als unerwarteter Glücksfall fanden sich engagierte Leute:

 

-       Peter Christen besuchte diesen Sommer unseren Treff und war so begeistert, dass er sich spontan zur Mitarbeit in der AG entschied. Zudem gelang es ihm, zwei weitere Mitstreiter zu begeistern:

 

-       Roberto Lohner und

 

-       Wolfgang Vater.

 

An einer gemeinsamen Sitzung mit Bisherigen und Neuen entschlossen sich Albert, Rainer und Alexej zum Rücktritt, sodass die neue AG Bi sich nun so zusammensetzt:

 

·      Peter Christen, Leitung

·      Marco Ammann

·      Martin Fischer

·      Roberto Lohner  und

·      Wolfgang Vater.

 

Ich bin sehr glücklich über diese Entwicklung und froh, die Fortsetzung der AG Bi in guten Händen zu wissen. Ich wünsche der neuen Gruppe zum Neuanfang viel Erfolg!

 

Euch Allen danke ich, mit mir und der bisherigen AG Bi den gemeinsamen Weg gegangen zu sein und freue mich auch, Euch bei Gelegenheit wieder zu sehen.

 

Liebe Grüsse Albert Vischherr

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Liebe bisexuelle Männer

 

Mein Name ist Peter Christen. Wie Albert weiter oben schreibt, bin ich in diesem Sommer zum ersten Mal an einem Donnerstag zum Bi-Treff gekommen und möchte mich nun in der Arbeitsgruppe engagieren. Ich sehe die Arbeitsgruppe für Bisexuelle unter meiner Leitung als Selbsthilfeorganisation, in der Betroffene Ihre Erfahrungen austauschen können und Begegnungen möglich werden. Mein Bestreben ist es, wieder wie früher regelmässige Gesprächsgruppen entstehen zu lassen, aus der sich gemeinsame Aktivitäten, Wochenende oder sogar Ferien entwickeln. Vielleicht finden wir zusammen Experten, die wir zu Referaten und/oder Kursen einladen können.

 

Ich habe keine pfannenfertigen Lösungen anzubieten sondern bin selber in einem manchmal sehr schmerzhaften und schwierigen Prozess.

 

Als junger Mensch hatte ich immer abwechslungsweise zu einer Frau und dann zu einem Mann längere Beziehungen. Immer wenn es mit einer Frau zu schwierig wurde, dachte ich, dass es halt eben doch einfacher sei mit einem Mann, und wenn dieser dann untreu wurde, wollte ich lieber wieder eine Beziehung zu einer Frau. Vor 25 Jahren heiratete ich eine faszinierende, schöne Frau, die sich damals nicht an meinen Männergeschichten störte, und die eine 6 Jahre alte Tochter mit in die Ehe brachte. Nach 4 jähriger Ehe wurde uns ein Sohn geschenkt, der heute 21 Jahre alt ist.

 

Ich bin unterdessen 61 Jahre alt geworden. In den 25 Jahren Ehe war ich meiner Frau stets treu. Männergeschichten waren lange Zeit gar kein Thema mehr, denn wir waren beide mit der Familie, unserer beider Karrieren und dem Bau eines Hauses beschäftigt. Dann wurde ich vor einigen Jahren ernsthaft krank. Im Laufe der Aufarbeitung meiner Krankheitsgeschichte in einer Psychotherapie erkannte ich, dass ich meine Bisexualität wieder zum Thema machen muss. Dabei entstand das Bedürfnis mit gleichartigen Männern in Kontakt zu kommen und ich fand den Weg zu unseren Donnerstag-Abenden.

 

Die intensiven Gespräche, die sich daraus ergaben und die Erfahrungen, die ich so machen durfte, waren so positiv für mich und haben mir so viel weitergeholfen in meinem Selbstverständnis als Bisexueller, dass ich mich mit Freude für das Weiterbestehen dieser Arbeitsgemeinschaft einsetze.

 

Ich selber bin also mitten drin in diesem Thema. Unterdessen habe ich einen wundervollen Liebhaber gefunden zu dem ich eine nicht immer einfache Beziehung aufbauen darf. Nun stehe ich in dem Spannungsfeld, dass meine Frau, die davon weiss, unsagbar verletzt ist und leidet. Dies belastet mich immer wieder unglaublich, denn ich möchte nach wie vor eine Liebesbeziehung mit meiner Frau, aber das kommt für sie unter diesen Umständen überhaupt nicht mehr in Frage und auf der anderen Seite steht das noch sehr neuen Glück, einem anderen Mann so nahe kommen zu dürfen.

 

Trotz der momentan unlösbar scheinenden Situation bleibe ich bei meinem Wunsch, zur gleichen Zeit in vollem Bewusstsein aller Beteiligten zu einer Frau und zu einem Mann eine tiefe, erfüllende Beziehung haben zu dürfen und damit meine Bisexualität wirklich zu leben.

 

Ich freue mich auf die Zusammenarbeit und vor allem auf all die spannenden bisexuellen Männer, denen ich bei dieser Arbeit begegnen darf. Last but not least freue ich mich, dass die drei nun austretenden Arbeitsgruppenleiter Albert, Rainer und Alexey weiterhin mit uns in Kontakt bleiben und an unsere Treffen kommen. Ich danke ihnen an dieser Stelle von ganzem Herzen für all das was sie für unsere Gruppierung getan haben.

 

Herzliche Grüsse Peter Christen

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078 736 12 04